Das Stadtparlament der Stadt Schlüchtern hatte in der jüngsten Sitzung mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen und FDP das geplante Bebauungsgebiet am Brunkenberg ohne Not viel zu früh auf den Weg gebracht.

Lediglich die Bürgerbewegung Bergwinkel hatte der Vorlage des Magistrates widersprochen.

Der Fraktionsvorsitzende der Bürgerbewegung Bergwinkel Hans Konrad Neuroth begründete diese Entscheidung folgendermaßen:
„Das von dem Magistrat der Stadt Schlüchtern eingeholte geologische Gutachten ist unzureichend und beantwortet die Frage der Standsicherheit in diesem Baugebiet nur oberflächlich .“

Die dort festgestellten unterschiedlichen Formationen wie Buntsandstein, Lös, Muschelkalk und Lehm führen unweigerlich zu Problemen. Seit Jahren wurde beobachtet, dass der Hang in diesem Bereich in Bewegung ist. Ferner finden sich mehrere Quellen im Gebiet und das Oberflächenwasser, welches sich bei starken Regenperioden bildet, erschwere die Situation zusätzlich.

Der Gutachter selbst hat sogar angedeutet, dass einige Gebäude im unmittelbaren Nachbarbereichen (Hopfenacker und Bergwinkelweg) schon seit Jahren Setzrisse haben, die auf diese Problematik zurückgeführt werden können.

Die Bürgerbewegung Bergwinkel hatte das geologische Sachverständigengutachten einem weiteren Fachmann zur Überprüfung vorgelegt, der zu dem Ergebnis kommt, dass zum derzeitigen Zeitpunkt über die Vorlage so nicht hätte entschieden werden können!

Im Gegenteil es sind jetzt zusätzliche Kosten entstanden und es ist nach wie vor überhaupt nicht sicher, ob ein Bauen in diesem Bereich möglich werden wird. Auch das biologische Gutachten ist zumindest bemerkenswert. Zum einen ist festzustellen, dass ein Mitautor dieses Gutachtens auch den Schlüchterner Grüne nahesteht. Zum anderen hat er zwar festgestellt, dass durchaus schützenswerte Flora und Fauna in Gebiet erkannt werden konnte, dies jedoch unerheblich sei.

Der Bürgerbewegung Bergwinkel liegt schließlich eine schriftliche Stellungnahme eines Anwohners zu dem geologischen Gutachten vor, der ebenfalls zu dem Ergebnis kommt ,dass das Gutachten so zu oberflächlich ist. Er bringt ein weiteres Argument vor: Früher fand sich im Randbereich des Bebauungsplanes auch ein Bauhof, es ist überhaupt nicht untersucht worden, ob hier der Boden belastet ist.

Alles in allem hätte man von Anfang ein detaillierteres geologisches Gutachten in Auftrag geben müssen, zumal auch die Anzahl der Bohrstellen nämlich lediglich sechs, viel zu gering bemessen sind. Jetzt, so der Fraktionschef weiter, tue man auch den zukünftigen Käufern überhaupt keinen Gefallen. Diese müssten dann selbst nochmals eigene Untersuchungen veranlassen, um prüfen zu lassen, ob gerade der eigene Baugrund tragfest sei.

Schlüchtern braucht ein attraktives Baugebiet für junge Familien, so der Sprecher zum Abschluss. Aber die Vorbereitungen müssen fachkompetent, angemessen und durchschaubar sein.