Mehr als 70 Zuhörer waren der Einladung der Stadt Schlüchtern und der Bürgerbewegung Bergwinkel am vergangenen Freitag zur Veranstaltung 500-jährige Wiederkehr der Dichterkrönung Ulrichs von Hutten gefolgt!
Das Grußwort mit einem kurzen Abriss des Lebens von Ulrich von Hutten und seinen Wurzeln zu Schlüchtern und der Steckelsburg übernahm der Bürgermeister der Stadt Schlüchtern Matthias Möller.
Zuvor waren die Besucher mit einen kleinen Sektempfang, organisiert von Frau Schwarzer und Frau Deuker, überrascht worden!

Sodann begrüßte der Vorsitzende der BürgerBewegung Bergwinkel Norbert Wuthenow die Zuhörer. Anwesend war der langjährige Vorsitzende Europa Union und ehemalige Stadtverordnete der SPD Müller Marschhausen, der Heimatforscher Dr. Wilhelm Hanna, der Vorsitzende der Europa Union Thomas Schneider, der ehemalige Vizelandrat Günter Frenz, der erste Stadtrat der Stadt Schlüchtern Reinhold Baier , die Stadträtinnen Sylke Schröder, Ingrid Föller und Mariluise Schönherr, der Leiter des Gymnasiums Oberstudiendirektor Mahr, der Leiter des Brüder Grimm Museums in Steinau Herr Burkhard Kling , der Ortsvorsteher von Vollmerz Bruno Friedrich , der Stadtverordnetenvorsteher Joachim Truss sowie die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Schlüchtern Frau Kerstin Baier Hildebrand .
Der Vorsitzende dankte ferner für die musikalische Umrahmung des Abends, welche von Frau Henning auf der Violine gestaltet wurde.
Sodann erteilte er dem Referenten des Abends Herrn Dr. Heiko Wulfert das Wort. Dieser führte in einer kurzweiligen Rede in das Leben des Ulrich von Hutten ein, kam auf für die im späten Mittelalter und Renaissance bedeutende Dichterkrönung zu sprechen, wobei Hintergrund dieser der Gedanke Translatio imperii war:die deutschen Kaiser stehen in der Nachfolge der antiken Cäsaren, ihr Reich ist das heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Der erste durch Kaiser Maximilian I. zum Dichter gekrönte Deutsche war Conrad Celtis. Durch dessen Schüler
Johannes Rhagius Aesticampian lernte Ulrich von Hutten die Welt des patriotischen Humanismus kennen und verfasste seine Werke in ihrem Sinne: die Verherrlichung des deutschen Kaisers verbunden mit der Kritik an den Herrschaftsansprüchen des Papsttums.

Mit der Dichterkrönung Ulrichs von Hutten im Jahre 1517 ehrte Maximilian den kaisertreuen Dichter für seine bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Werke und seine Taten.
Als kaiserliche Rhetor versuchte Hutten , auf den Reichstag von 1518 Einfluss zu nehmen und wandte sich in einer Rede gegen die Forderung einer päpstlichen Steuer zur Finanzierung eines Krieges gegen Türken und setzte sich für einen Kriegszug unter Führung des Kaisers ein.

Nach dem Tod Maximilians I. ging die Politik des neuen Kaisers Karls V. andere Wege. Die patriotischen Humanisten fanden nicht mehr die Protektion, die sie vorher genossen hatten.
Für seinen Kampf gegen die Machtansprüche des Papsttums wählte sich Hutten Luther als eine Symbolfigur, die er für seine Zwecke instrumentalisieren wollte, was jedoch letztendlich scheiterte.

Der Fraktionsvorsitzende der Bürgerbewegung Bergwinkel Hans Konrad Neuroth dankte dem Referenten für seinen fesselnden Vortrag. Für den noch anwesenden ersten Stadtrat der Stadt Schlüchtern Reinhold Baier hatte Neuroth eine Überraschung parat:
Er überreichte eine Fotokopie der Urkunde der Dichterkrönung durch Maximilian I. aus dem Staatsarchiv in Würzburg.
Reinhold Baier nahm diese Kopie dankend Empfang; es ist bleibt zu hoffen, dass diese nach angemessener Rahmung einen würdigen Platz im Heimatmuseum der Stadt Schlüchtern finden wird.

Abschließend dankte Neuroth den vielen Personen, die an der Vorbereitung der gelungenen Veranstaltung beteiligt waren nämlich u.a. Sylke Schröder, Dr. St. Etzel und Frau Schwarzer von der Stadtverwaltung.