Die Freien Wähler Main-Kinzig (FW) und die Bürgerbewegung Bergwinkel (BBB) machen sich für ein Hospiz in der Stadt Schlüchtern stark. Hierzu hat die Freie Wähler-Fraktion zur kommenden Kreistagssitzung am 05. Mai einen entsprechenden Antrag eingebracht.

 

Bereits in der Sitzung der Schlüchterner Stadtverordneten am 21.Nov..2016 wurde ein Antrag der Bürgerbewegung Bergwinkel mit den Stimmen aller Fraktionen angenommen, in dem der Schlüchterner Bürgermeister aufgefordert wird gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis sowohl nach einem geeigneten Träger wie auch nach einem geeigneten Standort für ein Hospiz in Schlüchtern zu suchen. Dieses Ansinnen der BBB wollen die Freien Wähler Main-Kinzig nun ebenfalls vorantreiben und fordern in ihrem Antrag nunmehr den Kreistag auf sich nach Hanau und Gelnhausen für ein weiteres Hospiz in Schlüchtern auszusprechen und die Kreisspitze mit der Umsetzung des Projektes und der Suche nach einem geeigneten Träger zu beauftragen.

 

Bereits im Jahre 2015 hatte der FW-Kreistagsabgeordnete Carsten Kauck in seiner Funktion als Demografiebeauftragter des Main-Kinzig-Kreises den Bedarf an einem Hospiz im Altkreis Schlüchtern gesehen und dafür geworben. Er handelte sich damals eine Rüge von Landrat Erich Pipa ein, der mit dem neuen Hospiz in Gelnhausen den Bedarf im Kreis als gedeckt ansah.

 

Gerade aus demografischer Sicht, mit einer immer älter werdenden Bevölkerung im ländlichen Raum, sich verändernden Familienstrukturen aber auch dem Bereich der Geriatrie am Standort der Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern ist der Bedarf an Hospizplätzen in der Bergwinkelregion mit den Kommunen Sinntal, Schlüchtern und Steinau gegeben und wird in Zukunft zunehmen.

 

Zweck und Aufgabe eines Hospizes, so die Freien Wähler, ist es Betroffenen ein Sterben in Achtsamkeit und Würde unter bestmöglicher Versorgung und Betreuung zu ermöglichen. Sterben – wenn nicht mehr zuhause möglich – sollte den Betroffenen in einem vertrauten Umfeld mit der Nähe zu Verwandten und Freunden möglich sein. Gerade hierfür ist es notwendig, dass es ein Hospiz in räumlicher Nähe des bisherigen Wohnortes der Betroffenen gibt.

Gemeinsam mit den am geplanten Standort Schlüchtern befindlichen Main-Kinzig-Kliniken wäre zudem die medizinische (Notfall-) Versorgung des Hospizes sichergestellt. Aus Sicht der Antragsteller haben die politisch Verantwortlichen im Main-Kinzig-Kreis eine gesellschaftliche Verpflichtung Hospizplätze dort anzubieten wo sie nachgefragt sind. Der Main-Kinzig-Kreis hat sich bereits bei der Einrichtung eines Hospizes in Gelnhausen erfolgreich mit seiner Sach- und Fachkompetenz eingebracht. Mit gleichem Engagement möge sich nunmehr der Kreisausschuss auch für die Einrichtung eines Hospizes in Schlüchtern einsetzen, so Heinz Breitenbach, Kreisvorsitzender der Freien Wähler.

 

Den Hinweis einiger Akteure, wonach die in 2018 am Standort der Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern in Betrieb gehende Palliativstation ein Hospiz im Ostkreis hinfällig mache, betrachten die Freien Wähler Main-Kinzig und der BBB als nicht richtig. Sicherlich sei auch die Palliativstation der Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern eine mehr als sinnvolle und notwendige Ergänzung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Ostkreis und im gesamten Main-Kinzig-Kreis. Wer sich jedoch näher mit dem Thema befasst muss erkennen, dass eine Palliativstation eines Krankenhauses für die Betroffenen kein Ersatz für ein Hospiz sein kann und wird.

 

Die Freien Wähler Main-Kinzig setzen daher auf der Kreistagssitzung am 05. Mai auf breite Zustimmung ihres Antrages.